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Spiegelungsphänomene

„… wie eine Spiegelplatte, undurchsichtig, sollte der Arzt in der Behandlung sein, und nur das zurückgeben, was der Analysand ihm zeigt.” (Freud 1912, S. 384) Diese Metapher verwendet Freund, um eine idealtypische Haltung des Analytikers in der Behandlungsweise zu beschreiben.

Nun wissen wir, dass sowohl Berichte, Erlebnisse, Begebenheiten von Klientinnen auf BeraterInnen einwirken und diese berühren. Aber auch unbewusste Inhalte, nicht Ausgesprochenes, verdrängte oder verleugnete Themen werden aufgenommen und in der BeraterInnen-Klientinnen-Beziehung wirksam. Außerdem können unbewusste Konflikte der BeraterIn angesprochen werden.

Treten nun in der Fallsupervision ähnliche Phänomene zwischen SupervisorIn und SupervisandIn auf wie in der KlientIn-BeraterIn Beziehung, so wird das Spiegelung genannt. Für Peter Kutter ist eine Supervision dann gelungen, wenn sich die Dynamik, über die berichtet wird, in der Beziehung zwischen SupervisiandIn und SupervisorIn affektiv spiegelt und bearbeitet werden kann. Die Aufgabe der SupervisorIn besteht darin, parallel zum Bericht all ihre eigenen Ideen, Einfälle, Fragen und Irritationen verfügbar zu haben, damit sie eine Verknüpfung zum eingebrachten Fall und eine Verknüpfung zur Supervisionssituation herstellen kann.

Gelingt es in der Supervision die unbewussten Anteile der SupervisandIn bewusst zu machen, wird sie sich und in Folge die KlientInnen des eingebrachten Falles weiterentwickeln.

Die Spiegelphänomene und die affektive Bearbeitung können in der Einzel- als auch in der Gruppensupervision besprochen und bearbeitet werden. In der Gruppensupervision werden von den TeilnehmerInnen unterschiedliche unbewusste Aspekte wahrgenommen und gespiegelt. Wirksam wird hier, „dass bei anderen die Reaktionsbildung und Abwehr leichter festzustellen sind, als bei sich selbst” (Foulkes, 1992). So wird die Gruppe ein Ort des gemeinsamen und individuellen Lernens.

Freud, S. (1912): Der Arzt: Sein Patient und die Krankheit. Stuttgart: Klett
Foulkes, S. H. (1992): Gruppenanalytische Psychotherapie. München: J. Pfeifer, S. 59
Kutter, P. (1990): Das direkte und indirekte Spiegelphänomen. In Pühl H. (Hg), Handbuch der Supervision. Berlin: Ed. Marhold, S. 92-301
Kutter, P. (1994): Spiegelung und Übertragung in der Supervision. In Pühl H. (Hg), Handbuch der Supervision 2. Berlin: Ed. Marhold, S. 52-62

Margot Scherl

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